Brücken zerspringen

Mein Leben rennt langsam an mir vorbei
einsam stehe ich daneben, bin nicht glücklich dabei
ich beobachte es, ich kann es gut sehen
nur während es rennt bleib ich lieber stehen
zu viele dinge passieren dort, zu viele dinge zu schnell
kaum war es kurz dunkel ist es auch schon wieder hell
kaum war mal ein lachen, ist das weinen schon nah
zu viele dinge schon, zu viele, die ich sah
ich halte inne, direkt neben mir selbst
und eine stimme aus irgendwo schreit schrill:


Drehe dich so lang du kannst im Kreise um dich selbst
Rotiere mit Geschwindigkeit so lange bis du fällst
du fällst mit Sicherheit, brauchst nicht nervös zu sein
fallen ist fast wie fliegen, fallen wie ein stein


die stimme war zu oft schon da, zu oft war sie zu laut
in meinem kopf hat sich als resultat ein schutzwall aufgebaut
ein schutzwall gegen schrille stimmen
gegen alles was noch kommt von innen
wozu wär es gut, gefühle zu haben, wozu wär es gut?
es ist eine verschwendung des kostbaren mut,
den jeder mensch in sich selbst anhäuft
als garantie dass nicht auch er bald amok läuft
den doppelten boden, fast unsichtbar
stellt immer noch der kleine reim wie folgt dar:


drehe dich im kreise, so schnell und lang du kannst
brauchst auch keine angst haben, dass du den bogen überspannst
der pfeil springt ab, wann auch immer du nicht willst
und ertrinken wirst du auch wenn du nur den durst stillst


ich stehe neben mir selbst, schaue meinem leben zu
dabei drehe ich mich, dreh mich immerzu
mal interessiert mal gelangweilt
sehe ich zu wie es vorbeieilt
es scheint ihm gut zu gehen, meinem leben
wie kommt's, wie kann es da noch traurigkeit geben?
hilflos sehe ich zu wie engel dort singen
mit freuden sehe ich brücken zerspringen
mein leben rast langsam an mir vorbei
einsam sitze ich daneben, bin nicht glücklich dabei

3.4.06 22:22

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